VCW verliert Pokalviertelfinale in Stuttgart

Die Erstliga-Volleyballerinnen des VC Wiesbaden haben ihr DVV-Pokal-Viertelfinale bei Allianz MTV Stuttgart mit 0:3 (20:25, 15:25, 21:25) verloren und damit eine erneute Pokalüberraschung im Schwabenland verpasst.

Die Gastgeberinnen zeigten trotz vorheriger Reisestrapazen in der Champions League, warum sie zu den Topteams in Deutschland zählen und ließen dem VCW keine Chance.

Am Kampfgeist der Hessinnen, bei denen Neuzugang Laura Philajamäki im Mittelblock debütierte, lag es nicht. Während beide Mannschaften zu Beginn der Partie viele Eigenfehler produzierten, hatte Stuttgart zunächst immer wieder die Nase vorne. Besonders im Block und in der Feldabwehr wusste der MTV über weite Strecken zu überzeugen. Ein in die rechte Feldecke gespitzelter Ball von VCW-Diagonalangreiferin Nele Barber sowie ein schnell vorgetragener Angriff über Morgan Bergren zu Tanja Großer waren prima Positivbeispiele aus dem hessischen Spielzug-Repertoire. Doch dies genügte nicht, um Stuttgart in Durchgang Eins ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Mitte des zweiten Abschnitts hatte Wiesbaden dann seine stärkste Phase: Eine Aufschlagserie von Mittelblockerin Nathalie Lemmens drehten einen Drei-Punkte-Rückstand in einen Drei-Punkte-Vorsprung. Doch Stuttgart kam zurück, brach den Wiederstand des VCW und zog vorbei. Am Ende stand ein deutlicher Satzgewinn für die Schwaben im Spielberichtsbogen.

Auch wenn der VC Wiesbaden im dritten Durchgang kämpferisch alles in Waagschale warf, den notwendigen Druck, um dem MTV noch einmal in die Bredouille bringen zu können, konnte er nicht mehr entwickeln. So sahen die 1.723 Zuschauer in der „SCHARRena“ – davon etwa 50 lautstarke Fans aus Wiesbaden – am Ende einen verdienten Sieg des favorisierten Stuttgarter Teams.

„Der MTV war heute deutlich besser“, resümierte VCW-Chef-Trainer Dirk Groß nach der Partie. Groß attestierte seinem Team zwar Kampfgeist, bemerkte aber auch, dass die Qualität gegen eine solche Topmannschaft gefehlt habe. „Wir haben heute unsere Chancen nicht genutzt und hatten in der Annahme und im Zuspiel zu viele Probleme“, analysierte Groß.

Karolina Bednářová, erfolgreichste Angreiferin (13 Punkte) und MVP-Medaillen-Gewinnerin ihres Teams, sah es ähnlich: „Stuttgart hat zwar stark gespielt, aber wir hatten auch unsere Chance. In einer Partie, in der es vor allem um Kleinigkeiten geht, hat uns die Präzision gefehlt“, ärgerte sich die Tschechin. „Wir haben heute in allen Bereichen keinen guten Lösungen gefunden und die kleinen Dinge aus der Hand gegeben.“

Der VCW beendet seine vier Auswärtswochen am Stück am kommenden Samstag in Niederbayern. Dann steht ab 19:30 Uhr die Partie bei Aufsteiger NawaRo Straubing auf dem Programm.

Ausführlicher Spielbericht

Dirk Groß schickte zu Beginn folgendes VCW-Team aufs Feld: Tanja Großer und Karolína Bednářová im Außenangriff, Selma Hetmann und Laura Philajamäki  im Mittelblock, Nele Barber im Diagonalangriff, Morgan Bergren im Zuspiel sowie Lisa Stock als Libera.

Den Beginn der Partie konnten beide Teams ausgeglichen gestalten. Ungenauigkeiten hüben wie drüben prägten das Bild. Bis zur ersten technischen Auszeit hatte Stuttgart zwei Fehler weniger gemacht (6:8 aus VCW-Sicht). Danach hatte der MTV seine Anfangsnervosität abgestreift und gab den Takt vor. Wiesbaden wehrte sich nach Kräften, brachte einige sehenswerte Aktionen aufs Parkett und verlangte den Hausherrinnen schon ein konsequentes Spiel ab. Am starken Stuttgarter Block kamen Nele Barber & Co. jedoch zu selten vorbei. Ein in die rechte Feldecke gespitzelter Ball der Diagonalangreiferin sowie ein schnell vorgetragener Angriff über Bergren zu Großer waren prima Positivbeispiele aus dem hessischen Repertoire. Der MTV verteidigte jedoch konsequent einen Drei-Punkte-Vorsprung. Groß brachte Nathalie Lemmens für Selma Hetmann im Mittelblock. In der Folge kam der VCW wieder etwas heran, auch weil Morgan Bergren einen ihrer berüchtigten zweiten Bälle spielte. Doch alle Bemühungen blieben am Ende erfolglos: Stuttgart gewann den ersten Durchgang mit 25:20

Auch zu Beginn des zweiten Satzes verteilten die Stuttgarterinnen, denen die Reisestrapazen aus der Champions League nicht anzumerken waren, keine Geschenke. Die VCW-Annahme hatte mit den Aufschlägen Jana Franziska Poll zu kämpfen, bevor den Hessinnen mal wieder ein Punkt gelang (2:5). Erst jetzt kam das Team von Dirk Groß in den Durchgang und schlug mit einem Block und einer cleveren Angriffsaktion von Nathalie Lemmens zurück. Dennoch fanden die Gastgeberinnen immer wieder eine Antwort auf die Angriffsbemühungen des VCW. Dies belegen auch die Zahlen: Während der Wiesbaden im gesamten Spiel 110 Angriffe schlug, brauchte Stuttgart nur 99, um das Spiel am Ende zu gewinnen.

Mitte des zweiten Satzes brachte VCW-Chef-Trainer Dirk Groß dann frische Kräfte ins Spiel. Jennifer Hamson kam für Nele Barber und Nynke Oud für Morgan Bergren. Dies läutete eine starke Phase der Wiesbadenerinnen ein: Es gelangen drei Punkte am Stück und somit der Ausgleich zum 10:10. Als dann auch noch ein Stuttgarter-Angriff erst hinter der Grundlinie aufschlug, nahm MTV-Coach Ioannis Athanasopoulos eine Teamauszeit. Doch die Aufschlagserie von VCW-Mittelblock Nathalie Lemmens ging noch weiter. Der VCW hatte seinerseits nun eine Drei-Punkte-Führung auf dem Konto, ehe Stuttgart sich zunächst das Aufschlagsrecht und alsbald auch die Führung wiederholte. Den Schwäbinnen gelangen nun ihrerseits sechs Punkte am Stück, sodass zur zweiten technischen Auszeit der alte Abstand wieder hergestellt war. Danach war der Wiederstand des VCW gebrochen. Während sich beim MTV Außenangreiferin Jana Franziska Poll und Disagonalangreiferin Krystal Rivers ein ums andere Mal auszeichnen konnten, gelang Wiesbaden kein nennenswerter Stich mehr. Am Ende holte Stuttgart den zweiten Durchgang mit 25:15 nach Hause.

Im dritten Durchgang zeigte der MTV dann, warum er zu den Topteams in Deutschland zählt. 5:0 für die Hausherrinnen zeigte die Anzeigetafel, ehe Wiesbaden zum ersten Punkt kam. Stuttgart blieb am Drücker und lag zur ersten technischen Auszeit mit 8:4 in Front. Beeindruckend war, dass der VCW, der von 50 mitgereisten Anhängern unterstützt wurde, trotzdem weiter an seine Chance glaubte. Keine Spielerin gab sich auf, um jeden Ball wurde gekämpft. Insgesamt entwickelte das Team von Dirk Groß jedoch zu wenig Angriffsdruck, um den Gastgerberinnen gefährlich werden zu können. Erst gegen Ende des dritten Satzes nutzte es der VC Wiesbaden, dass Stuttgart etwas vom Gaspedal ging. Während man beim MTV etwas die Konzentration verlor, schlich sich der VCW Stück für Stück heran. 21:23 stand es aus hessischer Sicht, als Ioannis Athanasopoulos noch einmal eine Auszeit nahm. Die Aufholjagd kam jedoch zu spät, da die letzten beiden Punkte des Spiels an Stuttgart gingen. So blieb den lautstarken VCW-Fans am Ende nur, die Auszeichnung von Karolína Bednářová mit der MVP-Silbermedaille zu beklatschen.

Foto: Detlef Gottwald

Fotos der Begegnung

Fotos: Peter Busch, VCW

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